Essener Songtage: Zappa, Zoff und Zwischentöne - Die Essener Songtage 1968
24.09., 19:30 Uhr, Essen
Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt Allee 100, Essen-Altenessen
ReferentIn: Detlef Mahnert (Schriftsteller und damaliger Festivalmitorganisator)
Rosa Luxemburg Stiftung NRW in Kooperation mit dem RLC Essen
In Deutschland avancierten die Internationalen Essener Songtage von 1968 zu dem Mega-Event der Sixties. Vom 25. bis zum 29. September 1968 boten sie ein ebenso vielseitiges wie ehrgeiziges Programm. Deutsche Rockgruppen wie Floh de Cologne, Guru Guru, Tangerine Dream, Amon Düül, Soul Caravan traten neben bekannten Größen aus der internationalen Szene auf, darunter Tim Buckley, The Fugs, Julie Driscoll und nicht zuletzt die Legende Frank Zappa mit The Mothers of Inventions. Aber auch H.D. Hüsch, F.J. Degenhardt und Hannes Wader gehörten zu den Interpreten. Denn von Anfang an hatten die Initiatoren die Essener Songtage nicht als reines Pop-Festival konzipiert. Sie wollten Chanson und Folklore, politischem Lied und Kabarett ebenfalls eine Plattform bieten. Gerade deshalb gelten die Essener Songtage von 1968 heute als einmalig in der deutschen Popgeschichte. Und das Konzept der Veranstalter ging auf: 40.000 Menschen schlugen die Songtage in ihren Bann. Ein Festival dieser Größenordnung hatte es hierzulande bis dahin nicht gegeben.
Detlev Mahnert will mit seinem im Essener Klartext Verlag erschienenen Buch ‚Zappa, Zoff und Zwischentöne’ die Essener Songtage der Vergessenheit entreißen. Er wird in seinem Vortrag die Songtage in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang des legendären Jahres 1968 stellen. Außerdem zeigen wir den zum 20-jährigen Jubiläum der Essener Songtage entstandenen Film des WDR-Journalisten Michael Rüsenberg, der neben Originalaufnahmen zum Festival, Interviews mit zahlreichen Machern und Besuchern präsentiert.
Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt Allee 100, Essen-Altenessen
ReferentIn: Detlef Mahnert (Schriftsteller und damaliger Festivalmitorganisator)
Rosa Luxemburg Stiftung NRW in Kooperation mit dem RLC Essen
In Deutschland avancierten die Internationalen Essener Songtage von 1968 zu dem Mega-Event der Sixties. Vom 25. bis zum 29. September 1968 boten sie ein ebenso vielseitiges wie ehrgeiziges Programm. Deutsche Rockgruppen wie Floh de Cologne, Guru Guru, Tangerine Dream, Amon Düül, Soul Caravan traten neben bekannten Größen aus der internationalen Szene auf, darunter Tim Buckley, The Fugs, Julie Driscoll und nicht zuletzt die Legende Frank Zappa mit The Mothers of Inventions. Aber auch H.D. Hüsch, F.J. Degenhardt und Hannes Wader gehörten zu den Interpreten. Denn von Anfang an hatten die Initiatoren die Essener Songtage nicht als reines Pop-Festival konzipiert. Sie wollten Chanson und Folklore, politischem Lied und Kabarett ebenfalls eine Plattform bieten. Gerade deshalb gelten die Essener Songtage von 1968 heute als einmalig in der deutschen Popgeschichte. Und das Konzept der Veranstalter ging auf: 40.000 Menschen schlugen die Songtage in ihren Bann. Ein Festival dieser Größenordnung hatte es hierzulande bis dahin nicht gegeben.
Detlev Mahnert will mit seinem im Essener Klartext Verlag erschienenen Buch ‚Zappa, Zoff und Zwischentöne’ die Essener Songtage der Vergessenheit entreißen. Er wird in seinem Vortrag die Songtage in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang des legendären Jahres 1968 stellen. Außerdem zeigen wir den zum 20-jährigen Jubiläum der Essener Songtage entstandenen Film des WDR-Journalisten Michael Rüsenberg, der neben Originalaufnahmen zum Festival, Interviews mit zahlreichen Machern und Besuchern präsentiert.
Der Film »Sir! No Sir!« ist eine Art Zeitmaschine. Kriegsveteranen berichten über die massenhafte Verweigerung und den Widerstand unter den US-amerikanischen Soldaten während des Vietnamkriegs. Anfangs waren es Einzelgänger, die öffentlich erklärten: Wir gehen nicht nach Vietnam! Was von wenigen Deserteuren und einzelnen »Nein!«-Sagern ausging, wurde zum »militärischen« Massenprotest gegen den Vietnamkrieg, im Verein mit der Anti-Kriegsbewegung, zu deren Hauptaktivisten bald auch Soldaten und Veteranen zählten.
„Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen“, wie einengend der Alltag für Frauen in Adenauer-Ära und Fordismus gewesen sei: Reduziert auf die Rolle als Hausfrau und Mutter, im Modell des männlichen Ernährers, gab es keinen Raum, wo Frauen unter sich waren. „Abends allein auf der Straße, nur mit Frauen reisen oder in die Kneipe oder gar rauchen. Undenkbar.“ Das änderte sich plötzlich: „Ich hatte noch nie so viele Haare in einem Raum gesehen.“ Und Bewegung ist ansteckend. „Wir haben abgetrieben“ erfuhr tausendfachen Widerhall, ihre Kongresse waren „göttliche Feste“, Frauengruppen entstanden überall, stärkten sich gegenseitig, zeigten sich und der Gesellschaft, wozu sie imstande waren, ein „Buschfeuer“ war entfacht. „Bewegung ist, wenn ihr nach der Veranstaltung eine Gruppe gründet und aktiv werdet. Und nicht, weil ich so überzeugend war, sondern weil Bewegung ist.“
In Erinnerungsarbeit sollten sie die Punkte ihrer Anpassung und Einwilligung ausfindig machen, um das zu ändern. Gegen die Marginalisierung der Frauenfrage hält sie fest: „Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse“.
Frigga Haug über die Hauptfronten, die ausgreifende Fantasie, die kleinen Siege und das Feuer der Bewegung
(1968, Kurt Rosental)
»Sir! No Sir!« ist eine Art Zeitmaschine. Kriegsveteranen berichten über die massenhafte Verweigerung und den Widerstand unter den US-amerikanischen Soldaten während des Vietnamkriegs. Anfangs waren es Einzelgänger, die öffentlich erklärten: Wir gehen nicht nach Vietnam! Was von wenigen Deserteuren und einzelnen »Nein!«-Sagern ausging, wurde zum »militärischen« Massenprotest gegen den Vietnamkrieg, im Verein mit der Anti-Kriegsbewegung, zu deren Hauptaktivisten bald auch Soldaten und Veteranen zählten.