Termine Dortmund

Maoismus und die Neue Linke: Eine vergessene Synergie

16. 4., 19:30 Uhr, Dortmund
Buchhandlung und Kaffeehaus taranta babu, Humboldtstr. 44, 44137 Dortmund
Eine Veranstaltung des RLC Bochum/ Dortmund


Mao Zedong ist seit über 30 Jahren tot. In China wird er in den letzten Jahren wieder zunehmend verehrt, im Westen als Despot und Massenmörder verleumdet. Daran, dass Mao nach 1968 zu den Leitfiguren der Neuen Linken in Westeuropa, Nord- und Südamerika gehörte, erinnert man sich eher ungern.

Damals jedoch sympathisierten namhafte Intellektuelle der westlichen Linken mit dem Maoismus. Ihre Konzepte wurden wiederum von den Befreiungsbewegungen des Südens rezipiert, während gleichzeitig die antiautoritäre Linke der Metropolen sich durch die von Mao initiierte „Kulturrevolution“ inspiriert fühlte. In der entwicklungspolitischen Diskussion wurde der in Maos Prinzip „Sich auf die eigene Kraft stützen“ ausgedrückte Gedanke einer von den Ausbeutungsverhältnissen des Weltmarkts unabhängigen Entwicklung weithin als richtungweisend befürwortet.

Worin bestand der Einfluss des Maoismus auf die internationale Neue Linke? Was war sein politisches Profil? Und gibt es eine theoretische Substanz des Maoismus, die auch dann relevant bleibt, wenn Chinas Entwicklung unter Mao heute in einem weniger positiven Licht erscheint und dort zentrale Programmpunkte von Maos Entwicklungskonzept widerrufen worden sind? Was bleibt vom Maoismus?

Henning Böke, Philosoph und Politologe, beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Fragen. Er ist Autor des Buchs „Maoismus. China und die Linke – Bilanz und Perspektive“

Podium: 1968 international

BuKo31
Samstag, 10.05.2008, 20:00 - 22:00 Uhr
im Rahmen des BuKO31 vom 9. - 12. Mai in Dortmund


Dieses Jahr – vierzig Jahre nach „1968“ – wird es zahlreiche Rückblicke auf den Zeitraum am Ende der 1960er Jahre geben, der mittlerweile zur Chiffre erstarrt ist. Doch auch viele Rückblicke bürgen nicht unbedingt für Differenziertheit. Wenn nun auch die BUKO sich „1968“ zuwendet, dann weil „1968“ auch außerhalb der Unis von Deutschland (und Frankreich) Entscheidendes passiert ist. Etwa der Prager Frühling, die Revolte in Mexiko, die Unabhängigkeit vieler Kolonien in Afrika, am Anfang der Sechziger der Algerienkrieg, die Indochinakriege und die Kulturrevolution in China.

Aus internationalistischer Perspektive sind drei „Gruppen“ von Ländern interessant: Nicht nur die westlichen, sondern auch die damals kommunistischen und diejenigen, in denen koloniale Befreiungskämpfe stattfanden. In all diesen Ländern kam es damals zu Aufständen gegen die etablierten Machtverhältnisse. So wandten sich die studentischen Proteste in Deutschland nach innen gegen das marode Bildungssystem und die große Koalition unter Kiesinger; nach außen gegen die Hegemonie der USA, vor allem gegen die Intervention in Vietnam. Die Demonstrationen in Prag richteten sich gegen den Einfluss der UdSSR und forderten demokratisierende und liberalisierende Reformen, einen Sozialismus mit „menschlichem Antlitz“. In vielen afrikanischen Staaten kämpfte man für die Befreiung von den kolonialen Besatzern und die Erlangung der Staatsmacht. Bei allen Unterschieden stellt sich dennoch die Frage, ob die Geschehnisse von 1968 einen gemeinsamen Kern aufweisen, ob man vielleicht sogar von einem globalen Phänomen sprechen kann. Interessant sind die Unterschiede hinsichtlich der jeweiligen Subjekte und der Ziele der Revolten. Wollte man mit der Rebellion einen Systemwechsel oder Reformen erreichen? Gab es Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Kämpfen? Und welche Differenzen oder Widersprüchlichkeiten zeigten sich sowohl in den einzelnen Bewegungen als auch zwischen ihnen? Diese und andere Fragen möchten wir auf dem BUKO im Rahmen eines Podiums diskutieren. Dazu haben wir Dr. Amadou Lamine Sarr (Uni Wien), Krunoslav Stojakovic (Uni Bielefeld, angefr.) sowie ReferentInnen für Südamerika und die westlichen Länder eingeladen.

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